Alles was sonst in keine Kategorie passt.
6. Aug 2008, 10:03
Hallo!
Ich habe mit ein paar Freunden seit ca. einem halben Jahr eine Band. Nach einem halben Jahr Probe im Wohnzimmer eines Freundes, haben wir uns entschlossen einen Kellerraum umzubauen.
Da unser Budget natürlich nicht unerschöpflich ist, wollte ich mal fragen, ob irgendjemand weiß, was man alles als Schallschutz gebrauchen oder Zwecksentfremden könnte.
Danke schon im vorraus,
Philipp
PS: Wir haben auch schon Eierkartons auf Holzplatten geklebt. Es nützt, wir wollen aber noch nach Alternativen Ausschau halten.
7. Aug 2008, 11:32
Hallo,
den besten Schallschutz erreicht Ihr, wenn praktisch ein Raum in den vorhandenen Raum gebaut wird, hierfür gibt es spezielle Wand- und Deckenhalter für Trockenbaukonstruktionen mit einem Gummipuffer (
http://www.trockenbauforum.de/wicfiles/ ... plung.html) der den Schall bricht. Auch die Bodenkonstruktion muss durch Gummis vom vorhandenen Raum getrennt werden – ist halt alles sehr aufwendig
Aber kleinere Maßnahmen tun es ab und an auch:
Die Volumenregler etwas zurück drehen, Schlagzeug auf ein Podest stellen das den Schall absorbiert und vom Boden schalltechnich getrennt ist.
Teppiche an Wänden und Decken, Spezielle Dämmplatten (siehe hier:
http://www.thomann.de/de/takustik_noppenschaumstoff.htm und
http://www.aixfoam.de/cgi-bin/shop/sh_a ... NC_ID=8002) montieren.html
22. Sep 2008, 02:22
Ich kann Michael mit dem Raum innerhalb des Raumes nur zustimmen und mir ist als DJ und Tontechniker die Thematik Übungsraum und kleine Finanzmittel mehr als bekannt.
Das was ich mich immer wieder frage, ist warum Bands nur für Übungszwecke einen Schallisolierten Raum benötigen bzw. den Keller oder einen anderen Raum dazu umbauen wollen?
Sorry wenn ich das jetzt mal so schreiben muss, aber diese Kosten- Nutzungsrechung geht in 99% aller Fälle nicht auf und auch in Euren Beispiel glaube ich nicht, dass Ihr es jemals schaffen werdet ein zufrieden stellendes Ergebnis zu erreichen, ohne die Nachbarn zu stören.
Der Grund ist einfach.
Es sind die Bässe die durch das Mauerwerk dringen und um hier eine zufrieden stellendes Ergebnis zu erreichen, benötigt man schweres Baumaterial wie z.B. Beton.
Nun kann man aber nicht einfach mal einen Raum innerhalb eines Raumes aus Beton betonieren, weil das die Statik des Hauses nicht mitmachen wird – auch mit solchen faxen wie Klinkersteine usw. sollte man bedenken, dass eine Mauerwerk 250 cm hoch, 400 cm lang und 25 cm breit insgesamt 7,5 Tonnen wiegt und diese 7,5 Tonnen auf 1 qm verteilt sind.
Von daher sind aus den Gründen der Statik, dass ein Haus ohne weiteres durch diese Belastung einstürzen kann, dass trennen von Räumen aus massiven Mauerwerk gesetzlich verboten.
Auch möchte ich vor dem Experiment warnen, dass man zwischen den Wänden die man vielleicht aus Holz zusammengeschraubt hat, Sand als Füllmaterial benutzt, denn Sand besitzt fast das Selbe Gewicht wie massiver Stein!!!
Weiter Grunde für den „Kellerversuch“ könnten daran scheitern:
Durch den Keller verlaufen Rohre für Ab- und Zuwasserleitungen, Heizung, elektrische Leitungen, Telecom bzw. noch Gasleitungen – die im allgemeinen zugänglich bleiben müssen, da im einem Notfall Hähne abgesperrt werden müssen.
Sind diese nicht Zugänglich, nun dann könnt Ihr für irgendwelche Schäden mit Haftbar gemacht werden!!!
Grundlegend müssen die Außenwände des Kellers durch Lattenhölzer und einer Regipswand getrennt sein, dass sich zwischen der Regipswand und der Kelleraußenwand ein Luftpolster befindet. Wenn Ihr einfach Teppich oder andere Materialen auf die Kelleraußenwand verklebt, kommt es zur Schimmelbildung wegen der fehlenden Diffusion, das erstens unangenehm riecht und zweitens gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann.
Ich kenne das Arbeiten mit der Musik und weiß sehr genau, dass man nicht wie in der Fahrschule eine Übungseinheit auf 45 Minuten begrenzen kann, schon gar nicht, wenn man sich gerade in der Extase des Schaffens befindet, weil die Akkordfolge mal so richtig geil klingt. Da juckt es auch nicht wenn es dann schon nach 22 Uhr ist und der Nachbar über Dir schlafen gehen möchte, was im Klartext 35 dB/A an maximaler Lautstärke bedeutet.
Holzplatten und Eierkartons sind sicherlich eine alternative, so wie jeder weichere Stoff der in der Lage ist Schall zu brechen, aber nicht im Bereich des Basses.
Eine wirkliche Alternative wäre, dass Ihr euch mal in eurer Stadt umschaut wo das nächste Industrie- bzw. Gewerbegebiet sich befindet.
Da könnt ihr 75 dB/A Tag wie Nacht produzieren und zwar beziehen sich die 75 dB/A auf den Lautstärkewert den man draußen hören kann.
Geht man im Allgemeinen davon aus, dass Boxen um die 100 dB/A produzieren, dann ist in dem Bereich jederzeit Vollgas angesagt, wenn ihr das möchtet.
Ich weiß, dass viele Firmen freistehende Räume besitzen, wo Ihr nach Feierabend der Firma üben könnt, keinen stört aber auch nicht durch andere Schallereignisse gestört werdet.
Wenn Ihr einen Firmenchef im Monat 50 € unter die Nase reibt, dann entstehen Euch 600 € Jahreskosten, die Ihr auf einen Schlag für eine annähernde Schallisolierung auf den Tisch blättern müsstet und wenn Ihr zu viert seit, ist das ein Monatsbeitrag von 12,50 €.
Auch fangen viele Musiker oder Bands in den Kellern von Kneipen an zu üben.
In der Kneipe selbst ist sowieso Musik und Rambazamba angesagt, wo ihr, wenn ihr nicht gerade die erste Übungsstunde mit 140 dB/A einleitet, keinen stört wenn Ihr im Keller übt. Die Kneipen haben meist täglich und bis nach Mitternacht geöffnet – also das ihr jederzeit üben könnt und wenn man mal bedenkt, dass ein DJ oder auch Band um die 300 – 400 € pro Auftritt kostet, nun dann kann man den Übungsraum mit zwei Events im Jahr innerhalb der Kneipe für Nothing haben!
Der Wirt freut sich über das Event und gute Umsatzzahlen, Ihr habt die Möglichkeit Euch einen Namen zu machen und nebenbei noch Eure CDs verkaufen.
Alles andere – sorry ist einfach quatsch, rausgeschmissenes Geld ohne das gewünscht Ergebnis erreicht zu haben und die Zeit für den Aufbau kann man auch anders nutzen.
LG Coolchen